Felsenmeer

Das Felsenmeer im sauerländischen Hemer ist ein bewaldetes Geotop mit stark zerklüftetem Untergrund und zahlreichen sichtbaren Felsformationen, welches erdgeschichtlich aus dem Tertiär stammt. Die Fläche des Felsenmeeres umfasst ca. 35 ha, ist etwa 600 Meter lang, 200 Meter breit und liegt 45 Meter über der Talsohle. Es wird in drei Untergebiete eingeteilt, das Große Felsenmeer im Nordwesten, das Kleine Felsenmeer im Süden und das Paradies im Südosten.

Das Felsenmeer wurde 1962 von der Bezirksregierung Arnsberg per Verordnung als Naturschutzgebiet ausgewiesen und 2017 von der Stadt Hemer als Bodendenkmal eingetragen.
Das Felsenmeer besteht aus Riffkalkstein aus dem mittleren Devon, der in einem tropischen Flachmeer entstand und um 385 Millionen Jahre alt ist. Heute ziehen sich diese devonischen Riffkalke am Südrand des Ruhrgebietes von Wuppertal über Hagen und Iserlohn bis ins Hönnetal. Im Tertiär, vor 20 bis 30 Millionen Jahren, entstand unter warm-feuchten Klimabedingungen durch die teilweise Lösung des (wasserlöslichen) Kalksteins an der Erdoberfläche eine bizarre Kegelkarstlandschaft mit schroffen Felsen, die durch tiefe Schlotten voneinander getrennt sind.

Nachweislich wurde in den Höhlen schon ab dem 8. oder 9. Jahrhundert nach Christus Eisenerz abgebaut. Dies fand im Nordwesten und im Südosten des Gebietes statt. Im Felsenmeer konnte der derzeit älteste Abbau von Eisenstein (Eisengehalt von bis zu 80 Prozent) in Westfalen nachgewiesen werden. Als Erze fand man hier metasomatischen Roteisenstein, Brauneisenerz, Zinkspat (Galmei) und das seltene Grün-Bleierz.

Im nördlichen Gebiet finden sich Querklüfte, Schächte und auch mehrere Höhlen. Noch Ende 1950 kam es im nordwestlichen Gebiet des Felsenmeeres zum Einsturz einer Felswand. Im Gebiet wurden drei Hauptkluftrichtungen festgestellt, die von Nordnordwest nach Südsüdost, von Westnordwest nach Ostsüdost und von Nordnordost nach Südsüdwest verlaufen.

Einen Einblick in die Geschichte des Felsenmeeres vermittelt das Felsenmeermuseum.